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AKTUELLES

Lackierhalle mit rotem delo und lackierteam



Stoßfängerverkleidungen (bumpers) Allgemein

Zur exakten Reproduktion der Lackierung wurde zuallererst eine elektronische Spektralanalyse des Oberflächenlacks von einem über die Jahre vor UV-Strahlung und Hitze geschützten verpackten Originalteil erstellt. Da die Kunststofflackiertechnik Anfangs der 80er noch in den Kinderschuhen steckte und Haftvermittler und Elastifizierer noch in der Entwicklungsphase waren, ist ein vollständiges Entfernen der alten Lackschichten unvermeidlich.
Um an der vorderen Verkleidung den Augenbrauen- (eyebrush)-effekt  zu verhindern, wird die gesamte Verkleidung ggf. thermisch behandelt und rückverformt. Um die gerade Linie beizubehalten wird im Bereich der Scheinwerfer von innen ein angepasster Edelstahlblechstreifen unter Verwendung eines 2-Komponenten-Klebeverfahrens eingesetzt. >dann Standart Lackaufbau für Kunststoffteile.

 

Lackierer bei der Arbeit

 

Detail Information zu Ersatz / Instandsetzung von Stoßfängerverkleidungen
>Die Stoßfängerverkleidungen sind ab Werk aus durchgefärbtem schwarzem Kunststoff gefertigt, an den sichtbaren Außenflächen schwarz Seidenglanz wirkenden und in Teilbereichen mit Lack beschichtet.
>Die Verkleidungen wurden in den Jahren 1980 bis 1982 von der damals in Hamburg ansässigen Firma PHOENIX gefertigt.
>Die Teilbereiche wurden über den gesamten Produktionszeitraum in unterschiedlichen Farbnuancen beschichtet / lackiert.
>Original Stoßfängerverkleidungen ohne durch Lagerung bedingte Beschädigungen sind bereits seit Jahren nicht mehr am Markt verfügbar, weder National, noch International.
>Stoßfängerverkleidungen vorne sind seit einigen Jahren als weiß durchgefärbte GFK Nachfertigungen am Markt verfügbar.
>Stoßfängerverkleidungen hinten sind wohl als Neuteile, doch durchweg ausschließlich mit durch die über 40 Jahre lange Lagerung bedingte Beschädigungen wie Schrammen, Kratzer, Druckstellen,… verfügbar, doch finden sich noch wenige original verpackte Originalteile in unserem Vorserien- und Museumslager.
>An den Übergängen zwischen der ab Werk schwarz Seidenglanz und beim Neuteil „speckig“ wirkenden Oberfläche zu den lackierten Bereichen kommt es nach den Jahren regelmäßig zu Ablösungen.


a IMG 20240427 141543 720Ablösungen im Randbereich und verwitterte Oberfläche am schwarzen Urmaterial


Zur Instandsetzung / zum Ersatz von Stoßfängerverkleidungen ist der originale Farbton am Fahrzeug per Spektralanalyse zu ermitteln. Es wurden in der Serie grundsätzlich zwei unterschiedliche Farbtöne und min. zwei unterschiedliche Glanzgrade verwendet. (frühe Fahrzeuge hochglanz, spätere Fahrzeuge seidenmatt) Seitens Hersteller gibt es aufgrund dessen Insolvenz von 1982 keine Aufzeichnungen über Farbmischungen und Glanz- Matt-grade.


Vorgehen bei Stoßfängerverkleidung vorne / hinten, Altteil:
>Es gilt alle Altlackschichten / original Beschichtungen / ggf. Reparaturlackschichten zu entfernen um die Stoßfängerverkleidung zur weiteren Bearbeitung im Rohzustand zu haben.
>Die Bereiche über den Aussparungen für die Scheinwerfer am Stoßfänger vorne sind ggf. thermisch zu behandeln / einzuebnen und mit Verstärkungen zur Sicherstellung Formerhalt zu versehen / einzukleben.

Die Oberflächen sind mit dem vom jeweiligen Lacksystemhersteller vorgesehenen Materialien zu beschichten. Dieser Aufbau kann vom Spezial- Kunststoffhaftvermittler über 2-K Grundierung über Elastifizierer bis hin zu Basislackauftrag und Klarlack im gewünschten Glanzgrad variieren.
>Nach vollständiger Beschichtung der Verkleidungsaußenflächen sind die serienmäßig in schwarz belassenen Teilbereiche scharf abzugrenzen und im 1-Schicht Verfahren schwarz seidenglanz / Mattgrad M4 / zu lackieren.

Bei Ersatz / Überarbeitung von nur einer Stoßfängerverkleidung kann der sich durch die altersbedingten Veränderungen der Oberfläche (Verwitterung, Ausdünsten der Weich- und Glanzmacher,...) ein alternativer Mattgrad gewählt werden. Der Mattgrad ist dann mit den entsprechenden Musterblättern zu bestimmen.

a IMG 20250111 122735IMG 20250111 122808 

Vorgehen bei Stoßfängerverkleidung vorne Neuteil GFK:
>Das Neuteil ist an den Wagen anzupassen um die Passgenauigkeit sicher zu stellen.
>Es sind diverse Bohrungen einzubringen, hierzu sind Alt- und Neuteil zu vergleichen.

>Der Lackaufbau ist mit dem vom jeweiligen Lacksystemhersteller vorgesehenen Materialien für die Lackierung auf GFK zu beschichten, was grundsätzlich einem Standard 2-K 2-Schicht Verfahren entspricht.

>Nach vollständiger Beschichtung der Verkleidungsaußenflächen sind die serienmäßig in schwarz belassenen Teilbereiche scharf abzugrenzen und im 1-Schicht Verfahren schwarz seidenglanz zu lackieren.



Heckabdeckgitter (upper louvre)

Die Reproduktion der im Original sehr rauhen Oberflächenbeschichtung der Heckabdeckung war eine besondere Herausforderung, die wir auf Basis einer Methode aus dem Smart-Repair-Bereich bewältigt haben. Nach mehreren Versuchen und einer schritt weisen Abänderung der Rezeptur konnten wir eine gleichmäßige Oberflächenstruktur realisieren.

 

Windschutzscheibenzierrahmen
Die Zierrahmenteile um die Windschutzscheibe sind aus verschiedenen Metallen gefertigt und erfordern somit eine entsprechende Grundierung und Basisbehandlung. Der anschließende Lackauftrag erfolgt in einem Standart 2-Komponenten-Wasserbasis-Acryl-Lackaufbau.

 

Felgen
Da die Felgen werkseitig teils lackiert oder auch mit einer Kunststoffbeschichtung versehen waren ist eine Entfernung dieser Schichten unumgänglich. Um die Oberfläche nicht über Maß zu beanspruchen, werden die Felgen langsam und schonend in einem Glasperlen-Strahlverfahren von allen Farbresten befreit. Nach eingehender Prüfung auf Rundlauf, Seiten- und Höhenschlag werden kleine Schadstellen ausgebessert und die Felgen in einem speziellen thermischen Verfahren grundiert. Dies ermöglicht eine gleichmäßige, glatte und sicher haftfähige Lackierbasis auch in den engen Zwischenräumen und Vertiefungen der Speichenoptik.
Die anschließende Decklackierung wird in einem normalen Mehrschichtmetallicverfahren mit 2-Komponenten Wasserbasis-Klarlackoberfläche ausgeführt.
Diverse Versuche die Felgen mit einem Pulverbeschichtungsverfahren zu bearbeiten brachten aufgrund sogenannter “Materialkocher” (kleine Krater in der Oberfläche aufgrund austretender Gase während dem Heißschmelzvorgang) kein befriedigendes Ergebnis. Bei einer geringeren Bearbeitungstemperatur blieben Krater mehrheitlich aus, jedoch waren dann Oberflächenbeschaffenheit und Belastbarkeit nicht zufriedenstellend. Kleine Schadstellen wie Randsteinkontakte o.ä. lassen sich bei lackierten Felgen problemlos und nachhaltig ausbessern. Pulverbeschichtete Felgen brauchen hier in letzter Instanz wieder einen  kompletten Neuaufbau der Beschichtung.



Sonderfelgen

Für unsere lackierten Fahrzeuge haben wir die Felgenlackierung 2-farbig ausgeführt. Das aufwendige Verfahren ist mit viel Geduld und Abdeckarbeit verbunden, die Ergebnisse harmonieren jedoch sehr stimmig mit den Fahrzeugen.

Felgenlackierung


 

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